Naturschutzrecht

[01.08.2019]

Schadensausgleich Wolf

Nachdem der Wolf (Canis lupus) in Sachsen ausgerottet schien, gelang es im Jahr 2000 erstmals einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar, in der Oberlausitz seine Jungen aufzuziehen. In einer Kulturlandschaft wie Sachsen ergeben sich aus der Anwesenheit von wildlebenden Tieren jedoch Konflikte.
Mit der Zunahme und Ausbreitung der Wölfe ist es immer wieder zu Verlusten bei Nutztieren (Schafen, Ziegen sowie Gatterwild) gekommen. Zur Verbesserung der Akzeptanz des Wolfes bei den Nutztierhaltern im Wolfsgebiet kann auf der Grundlage von § 40 Abs. 6 Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) der entstandene Sachschaden durch die obere Naturschutzbehörde auf Antrag ausgeglichen werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Nutztierhalter alle zumutbaren Vorkehrungen gegen den Schadenseintritt getroffen hat, und die Haushaltsmittel für den Schadensausgleich zur Verfügung stehen.
 
Was ist im Schadensfall zu tun?
Sollten Schäden an Nutztieren aufgetreten sein, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wird, informieren Sie bitte umgehend (innerhalb von 24 Stunden) folgende Stelle:
Rufbereitschaft bei der Fachstelle Wolf
des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,

Telefon: 0800 555 0 666.
Nur nach Begutachtung durch die Rissgutachter der Fachstelle haben Sie Anspruch auf finanziellen Schadensausgleich. Die Begutachtung ist kostenfrei.
 
Wofür gibt es Schadensausgleich?
 Ausgeglichen werden Schäden, die vom Wolf verursacht wurden:
  • Schäden an Nutztieren einschl. Herdenschutz- und Hütehunden (Die Schadenshöhe wird durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf der Basis von aktuellen Richtlinien ermittelt.)
  • sonstige Sachschäden, die infolge des Übergriffs z. B. an Schutzzäunen entstehen
  • Tierarztkosten
  • Arbeitskosten für die Suche nach vermissten Tieren.
 
Der entsprechende Antrag ist bitte spätestens sechs Monate nach der Schadensmeldung bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen.  

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* in Gründung