Sozialberufe

[30.08.2016]

Antragsteller mit ausländischer Ausbildung

Sie ha­ben au­ßer­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ei­ne Aus­bil­dung in den Fach­ge­bie­ten des So­zi­al­we­sens, der Heil­päd­ago­gik oder Kind­heits­päd­ago­gik ab­sol­viert und wol­len im Frei­staat Sach­sen ei­ne Tä­tig­keit aus­üben?

Die Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen er­stellt auf An­trag die staat­li­chen An­er­ken­nun­gen für fol­gen­de Be­rufs­be­zeich­nun­gen:

(Die Be­rufs­be­zeich­nun­gen gel­ten je­weils in der männ­li­chen und weib­li­chen Form)
Staat­lich an­er­kann­ter So­zi­al­ar­bei­ter
Staat­lich an­er­kann­ter So­zi­al­päd­ago­ge
Staat­lich an­er­kann­ter Heil­päd­ago­ge
Staat­lich an­er­kann­ter Kind­heits­päd­ago­ge

Zu­nächst aber muss ei­ne Gleich­wer­tig­keits­über­prü­fung Ih­res im Aus­land er­wor­be­nen Ab­schlus­ses ge­gen­über ei­ner an ei­ner Fach­hoch­schu­le oder Be­rufs­aka­de­mie im Frei­staat Sach­sen ab­sol­vier­ten Aus­bil­dung vor­ge­nom­men wer­den.

Das Verfahren gliedert sich daher in zwei Abschnitte:

I. Fest­stel­lung der Gleich­wer­tig­keit

Die Feststellung der Gleichwertigkeit muss schriftlich beantragt werden.

Bitte nutzen Sie hierfür das Formular
Antrag auf Fest­stel­lung der Gleich­wer­tig­keit

Des Weiteren werden fol­gen­de Un­ter­la­gen be­nö­tigt:
  1. das Zeug­nis über den Aus­bil­dungs­ab­schluss
  2. ein Di­plo­ma Sup­ple­ment oder ein ent­spre­chen­der Nach­weis über die in der aus­län­di­schen Aus­bil­dung ver­mit­tel­ten Lehr­in­hal­te (Cur­ri­cu­la)
  3. ein Nach­weis über Um­fang und In­halt von Prak­ti­ka wäh­rend des Stu­di­ums
  4. ein Nach­weis über vor­lie­gen­de Be­rufs­prak­ti­ka oder Zei­ten der Be­rufs­pra­xis
  5. eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung im Ausbildungsstaat
  6. ein lü­cken­lo­ser Le­bens­lauf in deut­scher Spra­che (mit Da­tum und ei­gen­hän­di­ger Un­ter­schrift)
  7. ein Iden­ti­täts­nach­weis (Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass)
  8. ggf. ein Nach­weis über Na­mens­än­de­rung
  9. ei­ne Er­klä­rung, ob und ge­ge­be­nen­falls wann und mit wel­chem Er­geb­nis der An­trag­stel­ler be­reits ei­nen ent­spre­chen­den An­trag ge­stellt, ei­ne Eig­nungs­prü­fung ab­ge­legt oder ei­nen An­pas­sungs­lehr­gang durch­lau­fen hat
  10. ein Nach­weis über das Be­herr­schen der deut­schen Spra­che auf dem Ni­veau B 2
Die Unterlagen (1. bis 5.) sind in Form von amtlich beglaubigten Kopien vorzulegen. Zusätzlich müssen diese Dokumente in die deutsche Sprache übersetzt werden. Die Übersetzung ist von einem in Deutschland öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer für die deutsche Sprache anzufertigen.
 
Hin­wei­se zur amt­li­chen Be­glau­bi­gung
Zur amt­li­chen Be­glau­bi­gung sind laut Be­glau­bi­gungs­ver­ord­nung des Bun­des die Be­hör­den des Bun­des, der un­mit­tel­ba­ren Kör­per­schaf­ten, An­stal­ten und Stif­tun­gen des öf­fent­li­chen Rechts so­wie laut Säch­si­scher Be­glau­bi­gungs­ver­ord­nung die Ge­rich­te des Frei­staats Sach­sen, die Be­hör­den der Ge­mein­den, Ver­wal­tungs­ver­bän­de und Land­krei­se so­wie Hoch­schu­len im Sin­ne des § 1 Abs. 1 SächsHSFG, die In­dus­trie- und Hand­els­kam­mer so­wie die Hand­werks­kam­mer im Rah­men ih­rer sach­li­chen Zu­stän­dig­keit, be­fugt.

Be­glau­bi­gun­gen von an­de­ren Ein­rich­tun­gen (z.B. Notare, Schu­len, Geld­in­sti­tu­te, Kran­ken­kas­sen, Pfarr­äm­ter oder an­de­re kirch­li­che Stel­len) oder Be­hör­den, die nicht da­zu be­fugt sind, wer­den nicht an­er­kannt.

Wenn der An­trag­stel­ler sei­nen Ab­schluss in der EU/Nor­we­gen/Is­land/Lich­ten­stein/Schweiz er­hal­ten hat, ge­nü­gen in der Re­gel ein­fa­che Ko­pi­en von Ori­gi­nal­un­ter­la­gen. Bei be­grün­de­ten Zwei­feln an der Echt­heit oder in­halt­li­chen Rich­tig­keit der Un­ter­la­gen dür­fen amt­lich be­glau­big­te Ko­pi­en ge­for­dert wer­den.

Hin­wei­se zum Verfahren zur Fest­stel­lung der Gleich­wer­tig­keit
Die Be­ar­bei­tung kann erst be­gin­nen, wenn der An­trag ein­schlie­ß­lich sämt­li­cher An­trags­un­ter­la­gen voll­stän­dig und in der ge­for­der­ten Form vor­liegt.
 
Nach Sich­tung der Un­ter­la­gen er­folgt die Ent­schei­dung, ob ei­ne Fest­stel­lung mit oder oh­ne Gut­ach­ten er­folgt. Wenn ein Gut­ach­ten er­for­der­lich ist, dann er­folgt die Er­tei­lung ei­nes Gut­ach­ter­auf­tra­ges an ei­ne Fach­hoch­schu­le (FHS) oder Be­rufs­aka­de­mie (BA) in Sach­sen. Die Er­stel­lung ei­nes Gut­ach­tens ist kos­ten­pflich­tig. Die Kos­ten trägt der An­trag­stel­ler.
 
Das fer­ti­ge Gut­ach­ten wird von der FHS oder BA an die Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen ge­sandt. Es er­folgt die Er­stel­lung ei­nes kostenpflichtigen Zwi­schen­be­schei­des mit ent­spre­chen­den Auf­la­gen, die Inhalt und Umfang einer etwaigen Ausgleichsmaßnahme bestimmen.

Bit­te be­ach­ten Sie, dass auf­grund um­fang­rei­cher Re­cher­che bei Er­stel­lung ei­nes Gut­ach­tens die Be­ar­bei­tungs­zei­ten meh­re­re Mo­na­te be­tra­gen kön­nen. Be­rück­sich­ti­gen Sie die­se Be­ar­bei­tungs­zei­ten un­be­dingt bei Ih­ren wei­te­ren be­ruf­li­chen Ent­schei­dun­gen.

Nach Er­fül­lung der Auf­la­gen durch den An­trag­stel­ler kann die staat­li­che An­er­ken­nung be­an­tragt wer­den.

II. Staatliche Anerkennung

Wenn der Antragsteller den Nachweis über die Gleichwertigkeit erhalten hat und/ oder die entsprechende Auflagen erfüllt sind, kann die staatliche Anerkennung beantragt werden.
Gemäß § 1 Abs. 3 Sächsische Sozialanerkennungsverordnung (SächsSozAnerkVO) muss die staatliche Anerkennung schriftlich beantragt werden.

Bitte nutzen Sie hierfür das Formular
Mit Antragstellung ist ein erweitertes Führungszeugnis der Belegart „OE“ bei dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Meldeamt unter der Angabe des Verwendungszwecks „Staatliche Anerkennung als ...“ und der Empfängerbehörde „Landesdirektion Sachsen“ zu beantragen. Das Führungszeugnis hat eine Gültigkeit von drei Monaten.

Bitte nutzen Sie zur Beantragung des erweiterten Führungszeugnisses die mit Ihren Daten zu ergänzende anliegende
dass Sie beauftragt sind, ein solches erweitertes Führungszeugnis zu beantragen und die Voraussetzungen nach § 30a Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b BZRG vorliegen.

Falls Sie als Antragsteller innerhalb der letzten 10 Jahre ihren Hauptwohnsitz nicht ständig in der Bundesrepublik Deutschland hatten, wird nach § 1 Abs. 4 Sächs­So­zA­nerk­VO zusätzlich ein von der am Hauptwohnsitz zuständigen Behörde ausgestellter, einem Führungszeugnis entsprechender Nachweis verlangt. Wird dieser nicht innerhalb von 4 Monaten nach Beantragung ausgestellt, kann die Landesdirektion Sachsen eine Versicherung an Eides statt über Vorstrafen verlangen oder abnehmen.

Das Verfahren endet mit Erteilung einer Ur­kun­de über die staat­li­che An­er­ken­nung mit der ent­spre­chen­den Be­rufs­be­zeich­nung, wel­che im Gleich­stel­lungs­ver­fah­ren fest­ge­legt wur­de.

III. Kosten des Verfahrens
Die Kosten für die staatliche Anerkennung, inklusive der Kosten für die Feststellung der Gleichwertigkeit, sind vom Antragsteller zu tragen. Das Verfahren richtet sich nach den Regelungen des Sächsischen Kostenverzeichnisses. Dort ist ein Gebührenrahmen von 150 bis 470 EUR festgelegt. Umfasst sind die Kosten für die Erstellung des Gutachtens und die Verwaltungsgebühren inklusive Erstellung und Versand der Anerkennungsurkunde.