Drohnen

[14.06.2016]

Prüfpfad Drohnenbetrieb: Wann ist eine Erlaubnis nötig?

Beratung für den legalen Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen in Sachsen

Mit unserer Prüfhilfe können Sie in wenigen Augenblicken selbst klären, ob Sie für den Betrieb Ihres Systems eine Erlaubnis brauchen (und wenn ja, welche): Beantworten Sie die folgenden Fragen. Wenn die Antwort auf alle Fragen "Ja" lautet, brauchen sie für den Aufstieg keine Erlaubnis. Wenn auch nur eine Antwort "Nein" lautet, brauchen Sie mindestens eine Erlaubnis, eventuell auch mehrere. Welche, das erfahren Sie in den Erläuterungen zur Antwort.

Es mag auf den ersten Blick lästig erscheinen, vor dem Drohnenbetrieb eine Erlaubnis einzuholen. Aber Sie erhalten dafür von uns Beratung und Information, wie Sie Gefahren sicher vermeiden können. Damit Sie die Freude beim Betrieb unbeschwert genießen können.

Hier unsere Prüfhilfe für legalen Drohnenbetrieb:

Frage 1: Betreiben Sie die Drohne ausschließlich zum Zweck des Sports oder der Freizeitgestaltung? Hinweis: Jeder (zusätzliche) andere Zweck als reiner Sport und reine Freizeitgestaltung, also z. B. auch die Erzielung geringfügiger Einkünfte, die Publikation von Bildern oder Filmen für nachhaltige Werbezwecke sowie Unterstützung anderer Tätigkeiten durch "Luftaufklärung" führt zur Antwort "Nein".
Wenn nein: Ihre Drohne gilt rechtlich als unbemanntes Luftfahrtsystem (UAS), Sie brauchen eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde.
Wenn ja: Weiter mit Frage 2.
 
Frage 2: Betreiben Sie die Drohne ausschließlich in Sichtweite des Steuerers? Hinweis: Der Betrieb erfolgt nicht mehr in Sichtweite des Steuerers, wenn das Luftfahrtgerät ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr zu sehen oder eindeutig zu erkennen ist. Der Betrieb von Drohnen mit Datenbrille aus der Pilotenperspektive (First-Person-View-Betrieb) ist Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers und führt zur Antwort "Nein".
Wenn nein: Ihre Drohne ist ein Luftfahrzeug (unbemanntes Fluggerät), wenn sie höher als 30 Meter steigen kann. Sie brauchen eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde.
Wenn ja: Ihre Drohne gilt rechtlich als Flugmodell. Weiter mit Frage 3.

Frage 3: Wiegt Ihre Drohne einschließlich der Nutzlast (z. B. Kamera) genau oder weniger als 5 Kilogramm?
Wenn nein: Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
Wenn ja: Weiter mit Frage 4.

Frage 4 (nur beantworten, wenn Ihre Drohne mit Raketenantrieb ausgestattet ist, sonst weiter mit Frage 5): Wiegt der Treibsatz des Raketenantriebs genau oder weniger als 20 Gramm?
Wenn nein: Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
Wenn ja: Weiter mit Frage 5.

Frage 5 (nur beantworten, wenn Ihre Drohne mit Verbrennungsmotor ausgestattet ist, sonst weiter mit Frage 6): Betreiben Sie die Drohne ausschließlich in einer Entfernung von mehr als 1,5 Kilometern von Wohngebieten?
Wenn nein:
Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
Wenn ja: Weiter mit Frage 6.

Frage 6: Betreiben Sie die Drohne ausschließlich außerhalb des Geländes von Flugplätzen (Hubschrauberlandeplätze oder andere Flugplätze)?
Wenn nein: Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde erforderlich. Zusätzlich ist zum Betrieb auf einem Flugplatz die Zustimmung der Luftaufsichtsstelle oder der Flugleitung des Flugplatzes erforderlich. Diese finden Sie auf dem Flugplatz meist im Gebäude, das mit einem gelben quadratischen Schild mit dem schwarzen Buchstaben "C" gekennzeichnet ist.
Wenn ja: Weiter mit Frage 7.

Frage 7: Betreiben Sie die Drohne ausschließlich in einer Entfernung von mehr als 1,5 Kilometern von der Außengrenze (Einfriedung) von Flugplätzen? Hinweis: Zu den Flugplätzen zählen sowohl Hubschrauberlandeplätze als auch die übrigen Flugplätze. Auf dieser Seite können Sie mithilfe von Google Earth die 1,5-Kilometer-Zonen um alle sächsischen Flugplätze grundstücksgenau ermitteln.
Wenn nein: Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde erforderlich. Unsere Erlaubnis enthält bei Bedarf auch Hinweise, welche weitere Freigabe Sie einholen müssen, bevor Sie die Drohne im kontrollierten Luftraum (vor allem: Kontrollzone) betreiben wollen (vgl. auch Frage 8).
Wenn ja: Weiter mit Frage 8.

Frage 8: Betreiben Sie die Drohne ausschließlich außerhalb des kontrollierten Luftraums? Hinweis: Um die Verkehrsflughäfen Dresden und Leipzig/Halle sind zum Schutz der startenden und landenden Luftfahrzeuge sogenannte Kontrollzonen eingerichtet. Der kontrollierte Luftraum innerhalb dieser Kontrollzonen wird von der Deutschen Flugsicherung bewirtschaftet, ohne deren ausdrückliche Flugverkehrskontrollfreigabe kein Aufstieg erlaubt ist. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die DFS-Allgemeinverfügung für die Erteilung der Flugverkehrskontrollfreigabe, in der die Freigabe unter Beachtung der Festlegungen als erteilt gilt. In Dresden umfasst die Kontrollzone den größten Teil der Innenstadt, in Leipzig den Norden der Stadt Leipzig sowie jeweils weitere Gebiete. Auf dieser Seite können Sie mithilfe von Google Earth die Ausdehnung der Kontrollzonen Dresden und Leipzig grundstücksgenau ermitteln.
Wenn nein: Es ist eine Flugverkehrskontrollfreigabe der Deutschen Flugsicherung erforderlich. Diese können Sie unter der Telefonnummer +49 341 4667-370 für Tower-Leipzig und +49 351 882-5120 für Tower-Dresden oder per E-Mail an bnl-tower-ost@dfs.de beantragen.
Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Wenn Sie alle bisherigen Fragen guten Gewissens mit "Ja" beantworten konnten, dürfen Sie Ihre Drohne (die rechtlich als Flugmodell gilt) erlaubnisfrei betreiben. Bitte berücksichtigen Sie noch folgende Hinweise.

Wichtige Hinweise zu den Flughöhen:
Im Prüfpfad konnten wir nicht alle Sonderfälle des Luftrechts berücksichtigen. Dies gilt insbesondere bei den Flughöhen zum Schutz der bemannten Luftfahrt, denn teilweise ist der Betrieb von unbemannten Fluggeräten schon ab einer Höhe von 30 m (Flugmodelle) bzw. 50 m (unbemannte Luftfahrtsysteme) über Grund erlaubnispflichtig (s. DFS-Allgemeinverfügung). Bitte beachten Sie, dass bemannte Luftfahrzeuge beispielsweise bei Luftrettungsflügen sowie Flügen der Bundes- und Landespolizei mitunter in geringerer Flughöhe als 150 m über Grund (sogenannte Mindestflughöhe) unterwegs sind. Hier gilt der Grundsatz, unbemannte Luftfahrzeuge haben den bemannten Luftfahrzeugen stets auszuweichen und der Betrieb darf zu keiner Gefährdung der Luftfahrt führen - also sicherheitshalber Ihren Drohnenbetrieb einstellen.

Bitte erkundigen Sie sich trotz dieser Auskunft regelmäßig über Änderungen der Rechtslage. Mit solchen Änderungen ist in Anbetracht des technischen Fortschritts auch in Zukunft zu rechnen. Wir beraten Sie dabei gern.