Zweiter Abschnitt der ärztlichen Prüfung

[08.05.2013]

Merkblatt über die Ableistung der Famulatur nach § 7 ÄAppO


Die Famulatur hat den Zweck, die Studierenden mit der ärztlichen Patientenversorgung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Krankenversorgung vertraut zu machen. Die Tätigkeit als Famulus ist während der unterrichtsfreien (vorlesungsfreien) Zeit zwischen bestandenem Ersten Abschnitt und Zweitem Abschnitt der Ärztlichen Prüfung abzuleisten.

Bei entsprechendem Nachweis (z.B. Immatrikulationsbescheinigung) kann eine Famulatur auch während eines Urlaubssemesters absolviert werden.

Eine Ableistung der Famulatur im laufenden Semester in dem z.B. nur das Blockpraktikum zu absolvieren ist, ist nicht möglich!
 

 
Die Famulatur gliedert sich in folgende Abschnitte (§ 7 Abs. 2 ÄAppO):

  • einen Monat (30 Kalendertage)

    in einer Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung, die ärztlich geleitet wird, oder einer geeigneten ärztlichen Praxis
     
  • zwei Monate (60 Kalendertage)

    in einem Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung
     
  • einen Monat – in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung

    als "Einrichtung der hausärztlichen Versorgung" gelten ausschließlich Ärzte, die in § 73 Abs. 1 a Ziffer 1-4 SGB V aufgelistet sind
    • Allgemeinärzte
    • Kinderärzte
    • Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung, die die Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gewählt haben
    • Ärzte, die nach § 95a Abs. 4 und 5 Satz 1 SGB V in das Arztregister eingetragen sind und
    • Ärzte, die am 31.12.2000 an der hausärztlichen Versorgung teilgenommen haben.
       
Bei einer Krankenhausfamulatur soll der Famulus ärztliche Tätigkeiten unter Anleitung und Aufsicht entsprechend seinem Kenntnisstand verrichten. Er soll in den normalen Klinikalltag einer Bettenstation integriert werden und an ärztlichen Visiten, Anamneseerhebungen, Operationen, Therapiebesprechungen usw. teilnehmen.
 
Bei einer Praxisfamulatur soll der Famulus Gelegenheit haben, Anamnese zu erheben, am ärztlichen Gespräch mit dem Patienten und an Hausbesuchen teilzunehmen, sofern bestätigt wird, daß die Famulatur ganztägig und nur in der Ambulanz (auch Polikliniken) verrichtet wurde. Das Sächsische Landesprüfungsamt wertet auch in folgenden Einrichtungen abgeleistete Famulaturen als Praxisfamulatur: Poliklinik, Ambulanz, Notaufnahme, Notarztwagen, Tagesklinik, Radiologie und Einrichtungen des ÖGD.

Eine Anerkennung im Inland erbrachter Famulaturen durch das Landesprüfungsamt ist nicht erforderlich. Die Nachweise sind dem Antrag auf Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung beizufügen.

 
Famulaturen in einem klinisch-theoretischen Fachbereich:

sind nur bei unmittelbarem Patientenbezug und einer entsprechenden Bescheinigung des Faches als Einrichtung der ambulanten/stationären Krankenversorgung in eng umgrenzten Umfang möglich und bedürfen in jedem Fall der vorherigen Abstimmung (formloser schriftlicher Antrag) mit dem Landesprüfungsamt. Eine solche Famulatur muss mit 30 Tagen abgeleistet werden und wird als Praxisfamulatur anerkannt, ersetzt aber nicht eine Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung. Darunter zählen z.B. Pathologie, Rechtsmedizin, Klinische Chemie, u.s.w.
 
Die Famulatur darf vier Monate  (4 x 30 Kalendertage) nicht unterschreiten. Sie ist ganztägig und in den einzelnen Abschnitten möglichst zusammenhängend zu erbringen. Eine Aufteilung in maximal 5 Teilabschnitte ist möglich, wobei dann eine Mindestdauer des Einzelabschnittes von 15  Tagen gefordert wird.

Die Ableistungsformen der Famulatur sind 60 Tage Krankenhaus, 30 Tage Praxisfamulatur und 30 Tage in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung.
 
Der Nachweis über die Ableistung der Famulatur wird durch ein Zeugnis erbracht. Das Zeugnis muss die Originalunterschrift des Arztes, unter dessen Leitung die Famulatur abgeleistet wurde, enthalten (kein Faksimile-Stempel!). Eine über das Ausstellungsdatum (Tag der Unterschrift des Arztes) hinaus bescheinigte Zeit kann nicht akzeptiert werden (keine Vordatierung!).

Famulatur im Ausland:

Im Ausland erbrachte Famulaturen bedürfen grundsätzlich der Anerkennung durch das Landesprüfungsamt.

 
Die Famulatur kann teilweise im Ausland abgeleistet werden (§ 7 Abs. 3 ÄAppO). Es werden dabei die gleichen Bedingungen wie auch in Deutschland gestellt. Aus den Bescheinigungen muss zweifelsfrei hervorgehen, ob es sich um eine Krankenhaus oder Praxisfamulatur  handelt.

Anerkennung der Famulaturen: 
 
Nach Ableistung der Auslandsfamulatur ist deren Anerkennung schriftlich (formlos) beim Landesprüfungsamt zu beantragen. Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

Immatrikulationsbescheinigung
Kopie des Zeugnisses des Ersten Abschnittes der Ärztlichen Prüfung
Famulatur Zeugnisse im Original

Anträge, die per E-Mail gestellt werden können nicht bearbeitet werden.

Danach erhalten Sie vom Sächsischen Landesprüfungsamt eine Anerkennungsschreiben sowie Ihre Famulatur Zeugnisse zurück.

Bitte legen Sie nur dieses Schreiben als Nachweis der Famulaturen bei Meldung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung vor. Anmeldeschluss für das 2. Staatsexamen der Medizin ist der 10. Januar bzw. 10. Juni eines jeden Jahres.