Der Baumhausantrag aus dem Leipziger Auwald

Ingenieure haben in der Landesdirektion Sachsen ein außergewöhnlich breitgefächertes, lohnendes Arbeitsfeld

In der Baumkrone stehen, vom Laub umgeben, von Insekten und Vögeln umschwirrt – ein Traum für viele Naturfreunde. Aber: Kann man eine Plattform einfach in einen Baum hineinbauen, an Stamm und Ästen verankert, und dabei sicher sein, dass diese Konstruktion hält?
 
Vor dieser Frage stand die Landesstelle für Bautechnik bei der Landesdirektion Sachsen, als Ende 2017 der ungewöhnliche Antrag einer Holzbaufirma einging. Das Unternehmen sollte im Auftrag der Auwaldstation Leipzig eine Beobachtungs- und Informationsplattform nebst Treppenaufgang bis zu einer Höhe von sieben Metern über dem Waldboden errichten. Als tragende Säulen des luftigen Bauwerkes waren drei Stieleichen vorgesehen – vital, zwischen 150 und 200 Jahre alt und jeweils mehr als 20 Meter hoch. Die Auwaldstation, die sich als Umweltbildungszentrum, Naturschutzstation und Kulturstätte versteht, wollte ihren Gästen die Natur damit ein gutes Stück näherbringen und eine ungewöhnliche Perspektive auf die Schönheiten und Reichtümer des Leipziger Auwaldes bieten.
 
Tragwerke – so heißt ein Bauwerk wie die geplante Plattform bei Ingenieuren - bestehen üblicherweise aus Bauprodukten und diese sind in Normen geregelt. Welche Nachweise sind aber zu führen, wenn lebendige Bäume die Lasten tragen sollen und wie kann kontrolliert werden, dass auch in zehn Jahren Bäume und Befestigung noch ausreichend standsicher sind?
 
Die Ingenieure der Landesstelle für Bautechnik bei der Landesdirektion Sachsen haben die vorgeschlagene Lösung eingehend geprüft und in einer Einzelfallentscheidung bestätigt, dass die Bäume „bebaut“ werden können, indem Seile, Anschlagmittel, Verankerungen und Halteschlaufen angebracht werden. Die Experten haben zudem festgelegt wie diese Befestigungen beschaffen sein und überwacht werden müssen, um ein gefahrloses Begehen des außergewöhnlichen Aussichtspunktes zu gewährleisten.
 
Der Vorgang zeigt: Öffentliche Verwaltung ist das Geschäft auch von technischen Profis. In der Landesdirektion Sachsen werden Juristen, Verwaltungswirte und nicht zuletzt auch Verwaltungsfachangestellte in großer Zahl gebraucht. Aber das ist eben noch nicht alles. In den Stellenausschreibungen der LDS werden auch Ärzte und Pharmazeuten, Chemiker, Kommunikationsfachkräfte oder Ökologen gesucht.
 
Eine der am häufigsten gesuchten Professionen außerhalb des juristischen und verwaltungswissenschaftlichen Bereiches sind jedoch Menschen mit einer Ingenieursausbildung. Oft sind es in der Landesdirektion Sachsen Ingenieure – Frauen und Männer -, die für die solide fachspezifische Grundierung sorgen, wenn etwa Anträge, Vorgänge oder Produkte einer Prüfung unterzogen werden, um über deren Zulassung oder Bewilligung entscheiden zu können. Dabei zeigt sich in der Landesdirektion auch die außerordentlich große Breite der Ingenieursqualifikationen. Stadtplaner oder Landespfleger, Bau-, Maschinenbau- und Bergbauingenieure, Geo- und Verfahrenstechniker, Wasser- und Abfallwirtschaftler oder Wasserbauer haben an einem der drei Standorte der LDS im Freistaat eine lohnende Aufgabe gefunden.
 
So prüfen zum Beispiel Diplom-Ingenieure für Städtebau und Stadtplanung oder für Landespflege städtebauliche Entwicklungskonzepte und die geben landesplanerische Stellungnahmen im Rahmen der Stadtentwicklung ab. In der Abteilung Umweltschutz sorgen Diplom-Ingenieure für Ökologie und Umweltschutz und Master of Engineering Wasserwirtschaft für die Genehmigung von Bau und Betrieb von kommunalen und industriellen Abwasserbehandlungsanlagen und von Wasserversorgungsanlagen.
 
Am häufigsten werden Ingenieure mit ihrem vielfältigen Fachwissen in der Abteilung Arbeitsschutz gesucht. Diese Abteilung der Landesdirektion nimmt die Aufgaben des staatlichen Arbeitsschutzes für den gesamten Freistaat Sachsen wahr. Dabei reicht das fachliche Spektrum vom Mutterschutz und Fahrpersonalvorschriften über Fragen des Umgangs mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen bis hin zum Brand- und Explosionsschutz. Aber auch der Strahlenschutz, der ordnungsgemäße Umgang mit Medizinprodukten, arbeitsmedizinischen Aufgabenstellungen oder psychischen Belastungen an Arbeitsplätzen gehören zum Prüffeld des Ingenieurpersonals bei der LDS.
 
Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Die Beispiele belegen die zentrale Rolle, die Ingenieure bei den Prüfungs- und Entscheidungsprozessen in der LDS spielen. Das heißt: Die Landesdirektion braucht Ingenieure! Menschen mit passender Ausbildung, die sich für eine Beschäftigung in der LDS interessieren, können sich deshalb auch schon im Rahmen eines Praktikums jederzeit in der Landesdirektion umschauen.

Abteilung Zentrale Angelegenheiten - Referat Aus- und Fortbildung, Prüfungsangelegenheiten

In luftiger Höhe: Das Baumhaus

Auwaldstation Leipzig: Beobachtungs- und Informationsplattform nebst Treppenaufgang.

Traum für viele Naturfreunde: In der Baumkrone stehen, vom Laub umgeben, von Insekten und Vögeln umschwirrt ...

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