Unterwegs für die Sicherheit von Patienten und Personal

Saubere Instrumente beim Zahnarzt: Vertrauen ist gut, Kontrolle hilfreich

Mit Krankheitserregern kontaminierte Instrumente können eine Quelle von Infektionen bei medizinischen Eingriffen sein. Die sachgerechte Aufbereitung dieser Medizinprodukte ist seit einigen Jahren ein Schwerpunkt von Kontrollen durch die Mitarbeiter des Referates „Strahlenschutz, Arbeitsmedizin“ der Landesdirektion Sachsen (LDS). Bei einer Schwerpunktaktion waren es diesmal Zahnarztpraxen im Freistaat, die auf den Prüfstand kamen.

Prophylaxe wird bei Zahnärzten großgeschrieben – sie wurde aber auch bei der Vorbereitung der Schwerpunktaktion praktiziert. Zum einen waren die Kontrollen mit der Obersten Fachaufsichtsbehörde des Freistaates, dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, abgestimmt. Zum anderen haben die Mitarbeiter der LDS sowohl der Landeszahnärztekammer Sachsen als auch deren Betriebsärztlichen und Sicherheitstechnischen Dienst im Vorfeld Art, Inhalt und Ablauf der anstehenden Kontrollen erläutert. Mehr noch: Mitarbeiter der LDS hielten Vorträge bei Weiterbildungsmaßnahmen der Zahnärztekammer und Zahnärztestammtischen, um die Aufgaben der Behörde und die Inhalte der Kontrollen vorzustellen. Das Ziel: Bei den Zahnärzten, die als Praxisinhaber auch Unternehmer sind, Akzeptanz für die behördliche Überwachung zu erreichen. Basierend auf Erfahrungen der vorangegangenen Schwerpunktaktionen zur hygienischen Aufbereitung von Medizinprodukten wurden schließlich Inhaber ausgewählter Zahnarztpraxen vorab informiert und Kontrolltermine einvernehmlich abgestimmt.

Trotz dieser Vorsorge offenbarten sich Lücken: In mehreren Fällen waren die einschlägigen Forderungen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung nicht ausreichend erfüllt. So waren in einigen Zahnarztpraxen Hygienepläne und Standardarbeitsanweisungen nicht praxisbezogen oder unzureichend erstellt. Festlegungen für die Überwachung der Aufbereitungsschritte durch mitzuführende Kontrollen fehlten. Die erneuten Leistungsbeurteilungen der Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, der Sterilisatoren sowie erforderliche Wartungen und Inspektionen der Aufbereitungstechnik für die Instrumente wurden nicht oder nicht umfassend durchgeführt.

Zwar hat sich die Ausstattung der Praxen mit normkonformen Geräten für die Aufbereitung der Instrumente seit der letzten Schwerpunktaktion verbessert. Aber es existieren noch immer Aufbereitungsverfahren, die nicht den aktuellen bundeseinheitlichen Fachempfehlungen entsprechen.

In einigen Praxen wurde keine geeignete Schutzkleidung für den Personalschutz sowie zum Ausschluss von Kreuzkontaminationen zur Verfügung gestellt. Es fehlten Schutzkittel und chemikalienbeständige Schutzhandschuhe für die manuellen Reinigungs- und Desinfektionsschritte. Auch die erforderliche Aufbereitung kontaminierter Arbeits- und Schutzkleidung entsprach nicht immer den gesetzlichen Bestimmungen. Mitunter fanden die Kontrolleure sehr beengte räumliche Verhältnisse ohne klare Trennung zwischen unreinem und reinem Bereich sowie mangelhafte Lüftungsmöglichkeiten dieser Arbeitsräume vor.

Besonders auffällig war, dass viele Praxisbetreiber zwar geeignete Reinigungs- und Desinfektionsgeräte für ihre so genannten Übertragungsinstrumente – gewissermaßen die Karosserie des Bohrers – haben, diese aber aus Zeitgründen nicht für die Aufbereitung nutzen. Stattdessen griffen sie zu anderen Methoden: Einige Praxen setzten auf die manuelle Aufbereitung mit entsprechenden Spraysystemen nach Standardarbeitsanweisungen, andere auf den Einsatz von speziellen Reinigungsgeräten mit anschließender thermischer Desinfektion im Sterilisator. Vereinzelt wurden auch Kombinationsgeräte für Übertragungsinstrumente eingesetzt.

Aus Sicht der Kontrolleure ergibt sich nicht nur in den Praxen, sondern auch bei den Herstellern von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten Optimierungspotenzial.

Insgesamt ist festzustellen: Schon die Ankündigung einer Revision durch die zuständige Behörde hat in vielen Zahnarztpraxen dazu geführt, die Aufbereitung der In-
strumente noch einmal zu überprüfen und zu überarbeiten. Die Ergebnisse der Kontrollen selbst haben in den Praxen weitere Verbesserungen angestoßen.

Gleichwohl zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass die Kontrollen ein wichtiger Teil der Überwachungstätigkeit der LDS sind. Die Zahnärzte in Sachsen konnten für eine sachgerechte und rechtskonforme Aufbereitung ihrer Medizinprodukte sensibilisiert werden, was sich letztlich sowohl in einer verbesserten Patientensicherheit als auch im besseren Schutz des mit der Aufbereitung betrauten Personals niederschlägt.

Foto: pixabay.com

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