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[01.10.2018]

OVG Bautzen bestätigt in vorläufigen Rechtsschutzverfahren Vermittlungsverbote wegen unzulässiger Live-Wetten

In vier vorläufigen Rechtsschutzverfahren hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht Untersagungsverfügungen der Landesdirektion Sachsen bestätigt, mit denen Wettbürobetreibern in ganz Sachsen die Vermittlung unzulässiger Wettarten untersagt wird. Zu den untersagten Wetten gehören beispielsweise sog. Restzeitwetten und Wetten auf „Tore ab jetzt“ während laufender Fußballspiele (Live-Wetten) sowie Wetten auf „das erste oder das nächste Tor“.

Das Gericht betont die hohe Suchtanfälligkeit von Live-Wetten. Diese ermöglichen durch ihre hohe Ereignisfrequenz und die Schnelligkeit von Wettplatzierungen fortwährend neue Wettanreize. Spieler werden während des laufenden Spiels permanent und in kurzen Abständen dazu animiert, zu wetten und damit unkalkulierbare finanzielle Risiken einzugehen. Nach Ansicht des Gerichts können die unzulässigen Wetten daher mit dem Ziel der Kanalisierung und vor allem Bekämpfung der Wettsucht verboten werden.

Die Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts sind rechtskräftig. Die Landesdirektion Sachsen wird daher verstärkt alle Wettbüros in Sachsen auf die Einhaltung der Verbote kontrollieren und dies notfalls mit Zwangsmitteln durchsetzen.

Nicht nur die Veranstaltung und Vermittlung unzulässiger Wetten ist illegal und strafbar, sondern auch die Teilnahme an solchen Wetten (§§ 284, 285 StGB).
 
Bei Fragen zum Bereich von Wetten und sonstigem öffentlichen Glücksspiel wenden Sie sich bitte an die Glücksspielaufsicht unter gluecksspielrecht@lds.sachsen.de.