Sportwetten

[02.01.2017]

Werbung für Sportwetten im Internet (§ 5 Abs. 3 Satz 2 GlüStV)

Grundsätzlich ist Werbung für öffentliches Glücksspiel im Internet verboten (§ 5 Abs. 3 GlüStV).

Abweichend von diesem Grundsatz kann Werbung für Lotterien sowie Sport- und Pferdewetten im Internet und im Fernsehen unter Beachtung der glücksspielrechtlichen Vorgaben sowie der Werberichtlinie erlaubt werden (§ 5 Abs. 3 Satz 2 GlüStV).

Ausnahmslos verboten ist also Werbung für Online-Casinospiele (wie z.B. Walzenspiele, Baccara, Roulette etc.).

Bezogen auf Sportwetten besteht die Möglichkeit einer Ausnahmeerteilung in einem ländereinheitlichen Verfahren. Dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, so dass Ausnahmen vom grundsätzlichen Werbeverbot bisher nicht bestehen. Weil eine Erlaubniserteilung künftig aber noch möglich ist, geht die Landesdirektion Sachsen gegenwärtig nur gegen Internet-Werbung vor, die absolut verboten ist.

Da die Landesdirektion Sachsen zuletzt häufiger gegen Betreiber von Internetseiten vorgegangen ist, die Werbung für Sportwetten im Internet geschaltet hatten und dabei gegen glücksspielrechtliche Vorgaben verstießen, soll die nachfolgende Auflistung eine Übersicht darüber geben, was bei der Werbung im Internet zu beachten ist. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll lediglich eine möglichst allgemein verständliche Hilfestellung geben. Obwohl sie mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurde, kann keine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit übernommen werden. Grundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) vom 15. Dezember 2011.

Nicht erlaubt ist:
  • Werbung, die mit den Zielen des GlüStV unvereinbar ist (§ 5 Abs. 1 GlüStV)
  • Werbung, die sich an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Zielgruppen richtet (§ 5 Abs. 2 Satz 1 GlüStV)
  • Irreführende Werbung für öffentliches Glücksspiel, insbesondere solche, die unzutreffende Aussagen über die Gewinnchancen oder Art und Höhe der Gewinne enthält (§ 5 Abs. 2 Satz 2 GlüStV)
  • Werbung für illegales Glücksspiel (§ 5 Abs. 5 GlüStV) - d.h. beispielsweise keine Werbung für Online-Casinospiele (wie Walzenspiele, Baccara, Roulette etc.) und Online-Poker
  • Werbetext, der zum Setzen von Sportwetten anregt:
    • Jetzt wetten!                   Jetzt spielen!
    • Jetzt anmelden!              Jetzt gewinnen!
  • Werbeaussagen, die Sportwetten verharmlosen:
    • Ihre Wette in sicheren Händen
  • Inaussichtstellen von Bonuszahlungen (Anreizwirkung!):
    • 100 € Einzahlungsbonus
    • 100 € Anmeldebonus
  • Schneller Wechsel der Werbetextzeilen, so dass der optische Eindruck eines blinkenden Textes entsteht (Anreizwirkung!)
  • Direktverlinkung auf Seiten von Glücksspielanbietern, auf denen neben Sportwetten auch sonstige Online-Glücksspiele (wie Casinospiele oder Poker) angeboten werden
  • Verknüpfung von redaktionellen Texten und Werbung (d.h. Werbung ist als solche zu kennzeichnen und darf beispielsweise nicht in den redaktionellen Fließtext eingebettet sein)
  • Button „Wetten“ in Themenleisten o.ä.

Zusammengefasst dürfen Text und/oder Gestaltung der Werbung vom Gesamteindruck her nicht zum Glückspiel - zum Setzen von Sportwetten- anreizen.

Erlaubt ist:

Soweit die vorstehend genannten Vorgaben beachtet werden:
  • Informationen über zugelassene bzw. erlaubnisfähige Sportwettanbieter, das erlaubte oder erlaubnisfähige Spielangebote, Spielregeln sowie Jugendschutz und Suchtprävention
  • sachliche Information über Sportwettmöglichkeiten
  • Nennung des Markennamens des zugelassenen bzw. erlaubnisfähigen Anbieters