Online-Glücksspiele

[15.01.2015]

Illegales Online-Glücksspiel wird strafrechtlich geahndet

Amtsgericht München verurteilt Online-Glücksspieler wegen Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel im Internet
Das Amtsgericht München hat einen 25-jährigen Malermeister aus München wegen Beteiligung an einem öffentlichen Glücksspiel im Internet gemäß § 285 StGB verurteilt. Der junge Mann spielte im Internet Black Jack bei einem Glücksspielanbieter, der nicht über die in Deutschland erforderliche behördliche Genehmigung verfügte.

Wer in Deutschland ohne die erforderliche Genehmigung der zuständigen Behörde öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder dafür wirbt oder sich an einem öffentlichen Glücksspiel beteiligt, dem droht die strafrechtliche Verurteilung nach §§ 284, 285 StGB. Daraus folgt, dass sich Spieler – egal ob im Internet oder terrestrisch – darüber informieren müssen, ob das angebotene Glücksspiel in Deutschland erlaubt ist. Tun sie dies nicht, droht die strafrechtliche Verurteilung, worauf im schlimmsten Fall Freiheitsstrafe steht.

Der Malermeister argumentierte gegenüber dem Strafrichter, dass er davon ausgegangen sei, dass Online-Glücksspiele mittlerweile in Deutschland erlaubt seien, immerhin würden Prominente und bekannte Sportler regelmäßig und in allen Medien Werbung für Glücksspiele im Internet machen. Das Gericht hielt dieser Argumentation entgegen, dass der Spieler die Nutzungsbedingungen des Anbieters hätte lesen müssen, denn darin wurde darauf hingewiesen, dass Internet-Glücksspiele in einigen Ländern verboten sind und der Spieler selber prüfen muss, welche Gesetze für ihn gelten. Außerdem hätte er sich im Internet über eine Suchmaschine mühelos darüber informieren können, dass die Teilnahme an Internet- Glücksspielen strafbar ist. Der Spieler aus München hätte nach Ansicht des Gerichts die Strafbarkeit beim Blick in die Nutzungsbedingungen und einfachste Recherche im Internet erkennen können. Da er dies nicht tat, sondern sowohl die Nutzungsbedingungen als auch die Strafbarkeit ignorierte und dennoch online spielte, handelte er zumindest bedingt vorsätzlich in Bezug auf die Teilnahme am illegalen Glücksspiel. Folglich wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Soweit der Malermeister auf die Werbung Prominenter für Glücksspiel im Internet verwies, hielt das Gericht dem entgegen, dass es sich bei der angesprochenen Werbung um Werbung für Sportwetten im Internet handele. Auch dem juristischen Laien sei der Unterschied, nach Auffassung des Gerichts, zwischen einer Sportwette und einem Glücksspiel wie Black Jack bekannt.

Die vollständige Pressemitteilung des Gerichts kann hier eingesehen werden.