Pressemitteilungen 2009 [LDL]

[132/2009 - 22.12.2009]

Landesdirektion schließt Anhörungsverfahren zum Eisenbahn-bauvorhaben ESTW-A Leipzig-Leutzsch/ Großlehna und Leipzig-Plagwitz ab

Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren an Eisenbahn-Bundesamt übergeben
Die Landesdirektion Leipzig hat jetzt zum Planfeststellungsverfahren für das Eisenbahnbauvorhaben der DB Netz AG ESTW-A Leipzig-Leutzsch/ Großlehna/Leipzig-Plagwitz die abschließende Stellungnahme fertig gestellt. Die Stellungnahme wurde an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben, welches als Planfeststellungsbehörde über das Vorhaben zu entscheiden hat.

Das Vorhaben, dessen Investitionsvolumen über 100 Millionen Euro beträgt, betrifft zunächst den Bau von drei elektronischen Stellwerken, sogenannten „ESTW-A“, an den Eisenbahnstrecken Leipzig - Großkorbetha und Leipzig - Probstzella  in Leipzig-Leutzsch, Leipzig-Plagwitz und Großlehna.
Diese Stellwerke sollen langfristig die Betriebsfähigkeit der unter dem Regelungseinfluss der Stellwerke stehenden Streckenabschnitte sichern.

Außerdem sollen die Bahnhöfe Leipzig-Leutzsch und Leipzig-Plagwitz sowie der Haltepunkt Leipzig-Lindenau für eine zeitgemäße ÖPNV-Nutzung behindertengerecht umgebaut werden. Der behindertengerechte Bahnsteigzugang soll in Leipzig-Leutzsch mit Aufzügen, in Leipzig-Lindenau mit Rampen und in Leipzig-Plagwitz teils mit Rampe (Ostbahnsteig) und teils mit Aufzug (Westbahnsteig) ermöglicht werden. Umbauten am Haltepunkt Industriegelände-West sind nicht vorgesehen. Dieser soll nach der Eröffnung des Leipziger City-Tunnels außer Betrieb genommen werden.

Nach im Verfahren erfolgten Planänderungen ist sichergestellt, dass die im Zusammenhang mit den Bahnhofsumbauten in Leipzig-Leutzsch und Leipzig-Plagwitz geplanten Gleisumbauten nicht zu Verringerungen der Streckenkapazitäten führen werden.

An der Demmeringstraße, der Lützner Straße und der Karl-Heine-Straße sind Ersatzneubauten, am Karl-Heine-Kanal sowie an der Straße Am Bauerngraben Umbauten von Eisenbahnüberführungen vorgesehen.

Es ist außerdem der Bau von Lärmschutzwänden geplant. In Leipzig-Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg nördlich der Strecke Leipzig – Großkorbetha soll zwischen Pettenkofer- und Gutshofstraße eine ca. 1 Kilometer lange Lärmschutzwand entstehen. Zwei weitere Wände sind zu beiden Seiten der Strecke Leipzig – Probstzella in Lindenau und Plagwitz geplant. Eine ca. 250 Meter lange Wand soll westlich des Bahnhofes Plagwitz entstehen. Östlich der Strecke soll eine weitere, ca. 1 Kilometer lange Wand vom Bereich nördlich der Demmeringstraße bis zum Bahnhof Leipzig-Plagwitz (Höhe Naumburger Straße) verlaufen. Ergänzend zu den Lärmschutzwänden sieht die Planung für eine Reihe von Grundstücken passive Schallschutzmaßnahmen vor – die Stellungnahme der Landesdirektion enthält insoweit die Empfehlung an das Eisenbahn-Bundesamt, die Vorhabenträgerin für den Bereich Böhlitz-Ehrenberg zu Untersuchungen zur Notwendigkeit passiven Schallschutzes für weitere Grundstücke zu verpflichten.

Die Planung umfasst auch den Umbau von Bahnübergängen an der Strecke Leipzig - Großkorbetha. Für drei dieser Bahnübergänge hat die Vorhabenträgerin in Reaktion auf Bedenken zur Verkehrssicherheit die Planung geändert. Statt Halbschranken werden – wie bisher vorhanden – Vollschranken gebaut.

Neben Kabelbaumaßnahmen der Vorhabenträgerin selbst sieht die Planung auch umfangreiche Änderungs- und Sicherungsmaßnahmen an Ver- und Entsorgungs- sowie Telekommunikationsanlagen Dritter vor, zu denen im Verfahren umfangreiche Abstimmungen zu führen waren. Weitere Gegenstände intensiver Abstimmungen waren stadtgestalterische und denkmalpflegerische Fragen. Die Vorhabenträgerin hat im Verfahren auf entsprechende Forderungen hin insbesondere die transparente Ausbildung der Lärmschutzwände auf Eisenbahnbrücken und – aus Belichtungsgründen - vor der Katholischen Kirche Liebfrauen unweit des Bahnhofes Leipzig-Plagwitz zugesagt.

Nachdem die Landesdirektion das Anhörungsverfahren einschließlich der Auslegung der Planungen in Leipzig und Markranstädt im Sommer 2008 und der Erörterung der Einwendungen und Stellungnahmen im Februar diesen Jahres durchgeführt hat, liegt die Zuständigkeit für die nunmehr zu treffende endgültige Entscheidung beim Eisenbahn-Bundesamt.