Pressemitteilungen 2016

[38/2016 - 02.05.2016]

GASCADE Gastransport GmbH beantragt bei der Landesdirektion Sachsen die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens für den Bau der Ferngasleitung EUGAL

Die GASCADE Gastransport GmbH (GASCADE), Kassel, hat bei der Landesdirektion Sachsen am 1. April 2016 die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung beantragt. Gegenstand des Antrages ist der ca. 110 Kilometer lange sächsische Abschnitt der geplanten neuen Trasse der Ferngasleitung EUGAL (Europäische Gas-Anbindungsleitung).

Die Landesdirektion Sachsen wird zunächst das Unternehmen zu den für das Raumordnungsverfahren vorzulegenden Unterlagen beraten. Um der Vorhabenträgerin die für die Untersuchung der Auswirkungen auf die Umwelt notwendigen Informationen bereitzustellen, werden am 3. Mai 2016 in Dresden und am 4. Mai 2016 in Chemnitz eine Antragskonferenz und Scopingtermin mit den berührten Landkreisen und Gemeinden, den Regionalen Planungsverbänden, den in Sachsen anerkannten Naturschutzvereinigungen und weiteren öffentlichen Belangträgern durchgeführt.

Im Ergebnis der Antragskonferenz und des Scopingtermins wird der Untersuchungsrahmen für die Umweltverträglichkeitsprüfung im Raumordnungsverfahren und den sich anschließenden Planfeststellungsverfahren festgelegt. Die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung ist für Mitte 2016 vorgesehen.
Über die Zulässigkeit und endgültige Gestaltung des Vorhabens wird im Raumordnungsverfahren noch nicht entschieden. Die Vorhabenträgerin wird auf der Grundlage der raumordnerischen Beurteilung die Feintrassierung erarbeiten. Diese wird im Rahmen von Planfeststellungsverfahren detailliert geprüft. Die Öffentlichkeit wird dann erneut umfassend beteiligt.

Die Planfeststellungsverfahren sollen möglichst zeitgleich für die Leitungsabschnitte in den Regionen Dresden (betrifft die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Chemnitz (betrifft die Landkreise Mittelsachsen und Erzgebirgskreis) Mitte 2017 eröffnet werden.

Die EUGAL soll als Anbindung an zwei neue geplante Pipeline-Stränge durch die Ostsee (Projekt „Nord Stream 2“) zukünftig zusätzlich Erdgas nach Süden transportieren. Die Leitung beginnt am geplanten Anlandepunkt der „Nord Stream 2“ in Vierow (Mecklenburg-Vorpommern) und überschreitet in Deutschneudorf im Erzgebirgskreis die deutsch-tschechische Grenze. Zielpunkt in der Tschechischen Republik ist der Erdgasknotenpunkt bei Hora Svaté Kateřiny (Sankt Katharinaberg) mit Anschluss an das Transportnetz der Firma NET4GAS mit Sitz in Prag. Die EUGAL soll als Doppelleitung (Strang 1 und Strang 2) mit einem Durchmesser von 1.400 Millimeter (DN 1400) und einer Länge von 485 Kilometern gebaut werden. Sie wird auf einem 52 Meter breiten Regelarbeitsstreifen errichtet. In der Nähe zur deutsch-tschechischen Grenze soll in der Gemeinde Deutschneudorf eine Gasdruckregel-Gasmessanlage (GDRM-Anlage) als Exportstation für den Gastransport in Richtung Tschechische Republik entstehen.

Um die Inanspruchnahme von unzerschnittenen Freiräumen zu minimieren, soll die EUGAL weitestgehend parallel zur bereits verlegten Erdgasfernleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) geführt werden. Für die Umgehung von Engstellen sind kleinräumige Varianten vorgesehen. Infolge der Häufung von Raumwiderständen im Bereich des parallel zur Erdgasfernleitung OPAL geführten Korridors, insbesondere im Verdichtungsraum zwischen Meißen und Coswig, wird zusätzlich eine alternative Trassenführung, die Variante Meißen-West mit der Untervariante Elbquerung Diera-Zehren, detailliert untersucht.

Nach Planung des Unternehmens GASCADE soll der Strang 1 der EUGAL bereits ab Mitte 2018 gebaut werden und Ende 2019 in Betrieb gehen. Der Strang 2 der EUGAL soll Ende 2020 fertiggestellt sein.